Inhalt: Tokio in den späten 60er Jahren: Während sich auf der ganzen Welt die Studenten versammeln, um das Establishment zu stürzen, gerät auch das private Leben von Toru Watanabe in Aufruhr. Mit seiner ersten Liebe Naoko verbindet ihn eine innige Seelenverwandtschaft, doch ihre Beziehung ist belastet durch den tragischen Selbstmord ihres gemeinsamen Freundes Kizuki. Als die temperamentvolle Midori in sein Leben tritt, die all das ist, was Naoko nicht sein kann, muss Watanabe sich zwischen Vergangenheit und Zukunft entscheiden …
Meine Meinung: Liebe hat viele Gesichter, Freundschaft hat viele Facetten. Dies lernt Toru Watanabe in jungen Jahren auf schmerzvolle Weise und ebenso lernt er zu leben. Ihn und die Menschen in seinem Leben aus dieser für ihn wichtigen Zeit – sie alle, ihre Leben und ihre Gefühle beschreibt Haruki Murakami mit einer Intensitiät und gleichzeitig mit einer Ruhe, die einen tief hineinzieht in die Geschichte und einen erst wieder loslässt, nachdem man das letzte Wort gelesen hat. Naokos Lächeln ist ein leises, wunderschönes Buch, eines das nachklingt.
Bewertung:
Bibliographische Daten:
btb Taschenbuch, 416 Seiten, 2003
Fabrizio Collini erschießt Hans Meyer mit vier Schüssen in dessen Hotelzimmer. Danach wartet er in der Hotellobby auf die Polizei und auf seine Festnahme. Casper Leinen, ein junger Anwalt, der gerade seine eigene Kanzlei bezogen hat, hat Bereitschaftsdienst an diesem Tag und übernimmt die Pflichtverteidigung für Collini. Und behält sie auch, als sich herausstellt, dass Hans Meyer niemand anders ist, als sein Ziehvater. Doch warum tötete Collini, der für keinen ein wirkliches Motiv hatte, Hans Meyer? Leinen recherchiert…
Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch von Ferdinand von Schirach. Viel Gutes hatte ich im Vorfeld über dieses Buch – von Schirachs ersten Roman – und auch den Autor, der zuvor zwei Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, gehört. Kurz vor Jahresende war es dann soweit und ich begann mit dem Fall Collini… und konnte ihn nur schwer aus der Hand legen. Mit wunderbarer Sprache, klar und deutlich erzählt von Schirach die Geschichte Leinens, sein Verhältnis zur Familie Meyer und lässt Leinen aufdecken, warum Collini so handelte, wie er es tat. Die 208 Seiten verfliegen nur so, da von Schirach schnörkellos, aber dennoch mit viel Atmosphäre erzählt. Am Ende der Showdown - und der Leser bleibt sprachlos zurück. Wer “den Collini” noch nicht kennt, der sollte dies schleunigst nachholen – einzige Entschuldigung wäre noch, auf das Taschenbuch warten zu wollen
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Bewertung:
Bibliographische Daten:
Hardcover Piper Verlag, 208 Seiten, 2011
weitere Ausgaben:
Piper eBook, Hörbuch v. Hörbuch Hamburg
Ein kleines Örtchen in Frankreich: Léon und Louise begegnen sich während des Ersten Weltkriegs und verlieren sich in dessen Wirren aus den Augen und halten sich für tot. 10 Jahre später in Paris: inmitten der Metro sehen Léon und Louise einander wieder. Léon ist nun Ehemann und Familienvater – doch vergessen hat er Louise nicht einen Tag. Louise, noch immer unerschrocken und emanzipiert geht mutig allein ihren Weg. Doch die Liebesgeschichte von Léon und Louise ist noch nicht zu Ende erzählt.
Meine Meinung:
Ein wunderbares Buch – für mich das schönste Buch des Jahres 2011. Im Juli gelesen blitzt es auch jetzt in meinem Kopf immer wieder auf. Capus beschreibt die Zeit – vom Jahr 1918 bis 1986, wie man sie sich besser nicht vorstellen kann und Léon und Louise – sie werden im Kopf lebendig. Es gibt ganz klar nur eine Empfehlung: lesen!
Bewertung:
Bibliographische Daten:
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, Hanser Verlag, 2011
Weitere Ausgaben:
eBook, Hörbuch im Hörverlag, vor. Erscheinungsdatum des Taschenbuchs 1.Juli 2012
Wir schreiben das Jahr 1964, in dem Lily ihren vierzehnten Geburtstag feiert. Lily lebt mit ihrem tyrannischen Vater auf dessen Farm, ihre Mutter starb als sie 4 Jahre alt war durch einen Unfall, an dem Lily ungewollt die Schuld trägt. Ihr Vater quält sie sehr, doch zum Glück hat Lily noch Rosaleen, eine farbige Zugehfrau, die sich um das Mädchen kümmert. Als der Rassenhass Rosaleen ins Gefängnis bringt, befreit Lily sie und die beiden flüchten nach Tiburon, welches ebenfalls in South Carolina liegt. Lily hat diese Stadt ausgewählt, weil sie ein Bild einer schwarzen Madonna von ihrer Mutter besitzt auf dessen Rückseite „Tiburan“ steht. Über dieses Bild der schwarzen Madonna landen die beiden schließlich gleich an ihrem ersten Tag in Tiburan bei Augusta Boatwright und ihren Schwestern May und June, den Schwestern des Sommers. Augusta ist Bienenhüterin und weiht Lily nach und nach in die Geheimnisse der Imkerei ein, doch nicht nur das. Bei Augusta kann Lily endlich zu sich finden. Augusta ist es auch, mit der Lily tiefe Gespräche führen kann, die immer für sie da ist und die, als Lily ihr endlich ihr Herz ausschütten kann, auch noch eine Überraschung für sie bereithält. Alles scheint einen guten Weg zu finden, doch eines Tages steht Lilys Vater im Türrahmen und keine der anderen Frauen ist außer Lily im Haus.
Vor dem Hintergrund South Carolinas der 60er Jahre greift die Geschichte nicht nur Lilys Schicksal auf, sondern auch das Rosaleens und der anderen Farbigen, die sich gegen die Diskriminierung und für ihre Rechte einsetzen.
Jedes Kapitel beginnt mit einem Zitat aus der Welt der Bienen und der Imkerei, welche zeigt, wo entlang es in dem folgenden Kapitel gehen wird.
Meine Meinung
Ich habe dieses Buch nicht ganz unbefangen angefangen, denn ich kannte bereits das Hörbuch und dies gefiel mir so gut, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Ein paar Wochen liegen zwischen den beiden Erlebnissen, als ich mit dem Buch beginne. Sogleich bin ich wieder voll drin in der Geschichte, spüre auch aus den Worten heraus die Hitze des Sommers 1964 und auch Lily ist mir wieder ganz nahe. Wie sie in ihrem Zimmer liegt, einsam, immer wieder den Tod ihrer Mutter vor Augen bis sich die Erinnerung verliert. Wie sie um die Liebe ihres Vaters kämpft und verliert und wie sie sich mit Rosaleen auf den Weg macht und wie sie schließlich die Kraft findet zu fliehen. Und schließlich nach und nach zu sich findet, lernt, sich selbst zu vertrauen und schließlich auch Augusta vertraut.
Ich kann das Buch jedem, den es anspricht empfehlen. Hört man auch gerne Geschichten, so fällt die Wahl zwischen Buch und Hörbuch nicht leicht. Ich ziehe keine Fassung der anderen vor. Es kommt auf die Stimmung an.
Eine Anmerkung zum Schluss: es gibt einen kleinen Unterschied in der Übersetzung. Relativ zu Beginn (Seite 10) erzählt Lily wie gerne sie von ihrer Mutter vor dem Einschlafen eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen bekam.
Im amerikanischen Original heißt es: aus den „adventures of Uncle Wiggly“, bei dem es sich um ein amerikanisches Kinderbuch handelt. Die ersten Auflagen und damit auch die Vorlage des Hörbuches enthielten die Übersetzung „Urmel aus dem Eis“ in den letzten Auflagen wird der „Struwelpeter“ genannt. Beides ist nicht korrekt, war das Urmel doch 1964 noch gar nicht erschienen. Schade, dass hier nicht der Originaltitel genannt wird, vielleicht mit einer kurzen Anmerkung.
Definitiv eines meiner Lieblingsbücher!!
Infos: ca. 333 Seiten, Taschenbuch, btb
Klappentext: Maja und Cora, Freundinnen seit sie sechzehn sind, lassen sich von den Männern so schnell nicht an Draufgängertum überbieten. Kavalierinnendelikte und böse Mädchenstreiche sind ebenso von der Partie wie Mord und Totschlag. Wehe denen, die ihrem Glück in der Toskana im Wege stehen!
Meine Meinung: Mein zweites Buch von Ingrid Noll, nach „Der Hahn ist tot“. Ich machs kurz: Nolls zweites Buch „Die Häupter meiner Lieben“ gefiel mir noch besser. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht Majas. Der Leser erfährt, wie sich die beiden Freundinnen Cora und Maja kennen lernten und wie sich ihre Beziehung immer weiter und tiefer entwickelte. Ob in der kleinen dunklen Wohnung in der Maja mit ihrer Mutter lebt, ob im großen Haus als sie von Coras gut betuchten Eltern aufgenommen wird oder in der Toskana in der Wohngemeinschaft, bei deren Zusammensetzung Cora und Maja ein wenig nachhelfen – Ingrid Noll beschreibt all diese Orte, die Personen, die dort leben und ihre Gefühle so deutlich und auf eine Art und Weise, die mich direkt ins Buch und zu Maja und Cora in die schöne Gegend um Florenz mitgenommen hat und die ich nach den 280 Seiten nicht verlassen wollte.
Mein Fazit: Nachdem ich Ingrid Noll nun mit ihren beiden ersten Büchern kennen gelernt habe, freue ich mich auf alle Bücher von ihr die noch vor mir liegen.

Dieses Buch war ein Spontankauf und er hat es in sich. Direkt begonnen und gleich mittendrin. Mari, Anna und Fredrik gründen eine Firma, die die Probleme andere Leute lösen möchte, denn jeder der drei hat sein Spezialgebiet. So weit, so gut. Die Firma läuft gut an, doch eines Tages erhalten sie einen Auftrag, der nicht so ganz das trifft, was sich die drei dachten: Annas Nachbarin bittet sie, ihren Mann umzubringen, der sie über 40 Jahre lang psychisch und physisch fertig machte. Die drei Freunde sind sich schnell einig, dass sie dem Anliegen nicht nachkommen können. Doch dann ist Annas Nachbar wirklich tot…
Meine Leseeindrücke:
Maria Ernestam schafft es eine wirkliche Atmosphäre zu schaffen. Die Charaktere der drei Freunde sind mir schnell ans Herz gewachsen. Insgesamt bietet die Autorin ihren Lesern vier Geschichten, den wir lernen zum einen alle drei Freunde gleichermaßen tief kennen und wohnen auch ihrer gemeinsamen Geschichte bei. Das Buch lässt mich nicht los und ich freue mich, noch ein paar Seiten vor mir zu haben. Einzig die Übersetzung des Titels finde ich nicht so ganz gelungen und hätte eine direkte Übersetzung passender gefunden. Das schwedische Original heißt “Kleopatras Kam”, nach dem Namen des Unternehmens.
Rezension:
Die Probleme anderer Leute lösen, das wollen Anna, Mari und Fredrik mit ihren neuen Firma “Kleopatras Kamm”. Doch was zunächst mit recht “alltäglichen” Aufträgen beginnt, wird zu einer mordgefährlichen Sache als sie beauftragt werden, Ehemänner oder Ehefrauen anderer ins Jenseits zu befördern, die ihren Partner jahrelang misshandelten oder die im Koma liegen. Und es scheint auch unter den eigentlich drei besten Freunden mehr Geheimnisse zu geben, als sie alle drei geglaubt hatten, denn wer sind Anna, Mari und Fredrik wirklich? Nichts ist wie es scheint – oder doch??
Mit einer Sprache, die es versteht ihren Leser in den Bann zu ziehen, hat Maria Ernestam mich gleich gepackt. Die drei Freunde waren mir gleich sympathisch und obwohl langsam und allmählich der ein oder andere Abgrund auftat, ließen sie mich nicht los. Die Geschichten der drei Freunde nehmen ungefähr gleich viel Platz ein und der Leser darf sie gleichermaßen kennen lernen. Dennoch gibt es auch Kapitel, bei denen es offen bleibt, bei wem von den 3en gerade man gerade zu Besuch war. Doch am Ende geht alles auf. Dann schlägt man das Buch zu, traurig dass die Geschichte zu Ende ist, erstaunt wie sie verlaufen ist und darauf hoffend noch mehr von dieser tollen Autorin zu lesen. Maria Ernestam beherrscht die Kunst der Worte meisterlich.
Maria Ernestam kommt aus Schweden und war, bevor sie sich ausschließlich der Schriftstellerei zuwandte, als Journalistin tätig. Als Journalistin war sie auch als Auslandskorrespondentin in Deutschland tätig. Das änderte sich an dem Tag, als sie die Idee zu ihrem ersten Buch “Caipirinha mit dem Tod” bekam. Desweiteren ist bei uns noch “Die Röte der Jungfrau” erschienen.
Bewertung: ***** /*****