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Krimi

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Ferdinand von Schirach: Der Fall Collini

Fabrizio Collini erschießt Hans Meyer mit vier Schüssen in dessen Hotelzimmer. Danach wartet er in der Hotellobby auf die Polizei und auf seine Festnahme. Casper Leinen, ein junger Anwalt, der gerade seine eigene Kanzlei bezogen hat, hat Bereitschaftsdienst an diesem Tag und übernimmt die Pflichtverteidigung für Collini. Und behält sie auch, als sich herausstellt, dass Hans Meyer niemand anders ist, als sein Ziehvater. Doch warum tötete Collini, der für keinen ein wirkliches Motiv hatte, Hans Meyer? Leinen recherchiert…

Meine Meinung:

Dies war mein erstes Buch von Ferdinand von Schirach. Viel Gutes hatte ich im Vorfeld über dieses Buch – von Schirachs ersten Roman – und auch den Autor, der zuvor zwei Bände mit Kurzgeschichten veröffentlicht hatte, gehört. Kurz vor Jahresende war es dann soweit und ich begann mit dem Fall Collini… und konnte ihn nur schwer aus der Hand legen. Mit wunderbarer Sprache, klar und deutlich erzählt von Schirach die Geschichte Leinens, sein Verhältnis zur Familie Meyer und lässt Leinen aufdecken, warum Collini so handelte, wie er es tat. Die 208 Seiten verfliegen nur so, da von Schirach schnörkellos, aber dennoch mit viel Atmosphäre erzählt. Am Ende der Showdown -  und der Leser bleibt sprachlos zurück. Wer “den Collini” noch nicht kennt, der sollte dies schleunigst nachholen – einzige Entschuldigung wäre noch, auf das Taschenbuch warten zu wollen ;-) .

Bewertung:

(5/5)

Bibliographische Daten:

Hardcover Piper Verlag, 208 Seiten, 2011

weitere Ausgaben:

Piper eBook, Hörbuch v. Hörbuch Hamburg

Maria Ernestam ~ Mord unter Freunden

Dieses Buch war ein Spontankauf und er hat es in sich. Direkt begonnen und gleich  mittendrin. Mari, Anna und Fredrik gründen eine Firma, die die Probleme andere Leute lösen möchte, denn jeder der drei hat sein Spezialgebiet. So weit,  so gut. Die Firma läuft gut an, doch eines Tages erhalten sie einen Auftrag, der nicht so ganz das trifft, was sich die drei dachten: Annas Nachbarin bittet sie, ihren Mann umzubringen, der sie über 40 Jahre lang psychisch und physisch fertig machte.  Die drei Freunde sind sich schnell einig, dass sie dem Anliegen nicht nachkommen können. Doch dann ist Annas Nachbar wirklich tot…

Meine Leseeindrücke:

Maria Ernestam schafft es eine wirkliche Atmosphäre zu schaffen. Die Charaktere der drei Freunde sind mir schnell ans Herz gewachsen. Insgesamt bietet die Autorin ihren Lesern vier Geschichten, den wir lernen zum einen alle drei Freunde gleichermaßen tief kennen und wohnen auch ihrer gemeinsamen Geschichte bei. Das Buch lässt mich nicht los und ich freue mich, noch ein paar Seiten vor mir zu haben. Einzig die Übersetzung des Titels finde ich nicht so ganz gelungen und hätte eine direkte Übersetzung passender gefunden. Das  schwedische Original heißt “Kleopatras Kam”, nach dem Namen des Unternehmens.

Rezension:

Die Probleme anderer Leute lösen, das wollen Anna, Mari und Fredrik mit ihren neuen Firma “Kleopatras Kamm”. Doch was zunächst mit recht “alltäglichen” Aufträgen beginnt, wird zu einer mordgefährlichen Sache als sie beauftragt werden, Ehemänner oder Ehefrauen anderer ins Jenseits zu befördern, die ihren Partner jahrelang misshandelten oder die im Koma liegen. Und es scheint auch unter den eigentlich drei besten Freunden mehr Geheimnisse zu geben, als sie alle drei geglaubt hatten, denn wer sind Anna, Mari und Fredrik wirklich? Nichts ist wie es scheint – oder doch??

Mit einer Sprache, die es versteht ihren Leser in den Bann zu ziehen, hat Maria Ernestam mich gleich gepackt.  Die drei Freunde waren mir gleich sympathisch und obwohl langsam und allmählich der ein oder andere Abgrund auftat, ließen sie mich nicht los. Die Geschichten der drei Freunde nehmen ungefähr gleich viel Platz ein und der Leser darf sie gleichermaßen kennen lernen. Dennoch gibt es auch Kapitel, bei denen es offen bleibt, bei wem von den 3en gerade man gerade zu Besuch war. Doch am Ende geht alles auf. Dann schlägt man das Buch zu, traurig dass die  Geschichte zu Ende ist, erstaunt wie sie verlaufen ist und darauf hoffend noch mehr von dieser tollen Autorin zu lesen. Maria Ernestam beherrscht die Kunst der Worte meisterlich.

Maria Ernestam kommt aus Schweden und war, bevor sie sich ausschließlich der Schriftstellerei zuwandte, als Journalistin tätig. Als Journalistin war sie auch als Auslandskorrespondentin in Deutschland tätig. Das änderte sich an dem Tag, als sie die Idee zu ihrem ersten Buch “Caipirinha mit dem Tod” bekam.  Desweiteren ist bei uns noch “Die Röte der Jungfrau” erschienen.

Bewertung: ***** /*****

Ingrid Noll: Der Hahn ist tot

Von meinen Neuerwerbungen der letzten Woche habe ich mich nun für “Der Hahn ist tot” von Ingrid Noll entschieden. Das erste Buch der Autorin ist auch mein erstes Buch von ihr und mein erster Krimi seit langer Zeit. Und es gefällt mir bislang sehr gut. Der erste Mord ist geschehen, der zweite wird gerade geplant.

Inhalt: Sie hält sich für eine Benachteiligte, die ungerecht behandelt wird und zu kurz kommt. Mit zweiundfünfzig Jahren trifft sie die Liebe wie ein Hexenschuss. Diese Chance muss wahrgenommen werden, Hindernisse müssen beiseite geräumt werden. Sie entwickelt eine bittere Tatkraft: Rosemarie Hirte, Versicherungsangestellte, geht buchstäblich über Leichen, um den Mann ihrer Träume zu erbeuten. (Klappentext)

Erster Leseeindruck: Schwarz, makabar und trotzdem eine Protagonistin, die irgendwie bewegt. Denn man wünscht es Rosie so sehr, dass sie ihr Glück in der Liebe findet. Auch wenn ihr dies – bislang nicht recht gelingen will.

Ingrid Noll nimmt einen direkt mit in die Geschichte und so recht will man diese nicht verlassen, bis das Buch zu Ende gelesen ist.

words…

words can hurt you if you let them ~ people say them and forget them ~ words can promise words can lie ~ but your words make me feel like I can fly. (Carole King: anyone at all)

books…

If one cannot enjoy reading a book over and over again, there is no use in reading it at all. (Oscar Wilde)

literature…

Ich kenne nichts auf der Welt, das eine solche Macht hat, wie das Wort. Manchmal schreibe ich eines auf und sehe es an, bis es beginnt zu leuchten. (Emily Dickinson)

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